INVESTMENT
I. Heranführung an das Thema
Was ist ein Investmentfonds?
In einem Investmentfonds werden die Gelder vieler Anleger von einer Kapitalanlagegesellschaft gebündelt. Diese werden dann nach dem Prinzip der Risikomischung in verschiedenen Vermögenswerten angelegt und fachmännisch verwaltet. Bei Vermögenswerten spricht man z. B. von Wertpapieren, Bankguthaben oder Immobilien. Investmentfonds bezeichnet somit die Gesamtheit aller eingezahlten Gelder und der hierfür geschaffenen Vermögenswerte.
Anteile an solchen Sondervermögen sind regelmäßig in Anteilscheinen, auch Investmentzertifikate genannt, verbrieft. Mit dem Kauf von Anteilsscheinen wird der Käufer Mitberechtigter am Fondsvermögen. Die Anzahl der erworbenen Zertifikate spiegelt den Anteil am gesamten Fondsvermögen wieder.
Diese Form der Vermögensanlage lässt sich unterschiedlich gestalten, jedoch sind Kriterien wie Sicherheit, Liquidität, Rentabilität und Volatilität hierbei sicherlich ausschlaggebend. Die Gewichtung der zum Teil konkurrierenden Kriterien ist abhängig von den persönlichen Vorstellungen und Zielen des jeweiligen Anlegers. Die Umsetzung erfolgt häufig durch einen so genannten Fondsmanager, dessen Aufgabe im Wesentlichen darin besteht, die Marktbeobachtung vorzunehmen und das Fondsvermögen entsprechend anzupassen. Instrumente hierfür sind z. B. die Mischung oder Umschichtung.
II. Die Anlagekriterien und deren Zusammenwirken
Sicherheit:
Erhaltung des angelegten Vermögens
Liquidität:
Umwandlung eines bereits investierten Betrags in Bankguthaben oder Bargeld
Rentabilität:
Ertrag aus einer Kapitalanlage, z. B. Zins- oder Dividendenzahlungen, aber auch Wertsteigerungen
Volatilität:
Darstellung der Schwankungsintensität eines Wertpapieres in einem bestimmten Zeitraum
Das erste Problem besteht darin, Sicherheit und Rendite innerhalb einer Anlage zu vereinen, da ein hohes Maß an Sicherheit oftmals mit niedrigen Gewinnen verbunden ist. Im Gegenzug stellt eine Erzielung von möglichst hohen Renditen einen erhöhten Grad an Risikobereitschaft dar.
Eine weitere Unstimmigkeit kann entstehen, wenn Rentabilität und Liquidität aufeinander treffen, da die Anlage von liquiden Werten nicht selten eine Benachteiligung der Rendite mit sich bringt.
Rendite = Verhältnis des jährlichen Ertrags bezogen auf den Kapitaleinsatz
Fazit: Die eigenen Anlageziele bestimmen das optimale Wechselspiel und der Flexibilität sind hier so gut wie keine Grenzen gesetzt!
III. Formen der Gewinnbeteiligung
An den Erträgen, die aus dem Fondsvermögen entstehen, kann der Anleger auf unterschiedliche Weise teilhaben. Eine Variante ist die Ausschüttung, die von der jeweiligen Fondsgesellschaft i. d. R. einmal im Jahr vorgenommen wird. Eine weitere Möglichkeit ist eine Wiederanlage in den Fonds, auf eine Ausschüttung wird dabei verzichtet ? diese Fonds werden als thesaurierend bezeichnet. Hierdurch entsteht ein Zinseszinseffekt, der das Wachstum des Fonds in besonderem Maße fördert. Bei Investmentkonten bei einer Investmentgesellschaft fließen die Ausschüttungen meistens direkt wieder in den Fonds. Der Vorteil für den Anleger liegt darin, dass kein Ausgabeaufschlag, d. h. keine Gebühr auf den Erwerb der entsprechenden Anteile entrichtet werden muss.
IV. Fondsarten - Ein kurzer Überblick
Zu den wichtigsten Fondsarten zählt man:
Aktienfonds
Zusammensetzung aus einer Vielzahl von Aktien, vorwiegend mit Werten aus dem Inland, aber auch aus international ausgerichteten Aktienfonds.
Rentenfonds
Diese Art besteht aus zahlreichen fest- oder variabel verzinslichen Wertpapieren mit unterschiedlichen Zinssätzen und Laufzeiten.
Gemischte Fonds
Hierbei berührt die Anlage verschiedene Durchführungswege, je nach Schwankungen wird stärker in Aktienfonds, Wertpapiere oder auch schon mal Immobilien investiert.
Geldmarktfonds
Die Gelder werden in Geldmarktpapieren oder Bankguthaben angelegt, der Anleger kommt bei dieser Art in den Genuss der Konditionen, von denen sonst nur die Großanleger profitieren.
V. Risiken
Natürlich ist auch diese Anlage nicht ganz frei von unangenehmen Nebenwirkungen, zwei Grund liegende Risiken und deren Auswirkung auf die Kursentwicklung sollen im Folgenden kurz erläutert werden:
Zum einen besteht das so genannte Konjunkturrisiko, welches von dem Umstand geprägt ist, dass die Konjunkturentwicklung von dem Anleger bei der Entscheidung nicht ausreichend berücksichtigt wurde bzw. in eine ungünstige Konjunkturphase fällt. Wichtig ist also das richtige ?Timing?, um hier vorzubeugen.
Ein weiteres, nicht zu verachtendes Risiko ist die Inflationsgefahr, die einen Verlust der Kaufkraft beinhaltet und für den Anleger zu einem Vermögensschaden führen kann. Um dieses Risiko überschauen zu können, sollten Anleger auf die Realverzinsung achten, d. h. bei festverzinslichen Wertpapieren die Differenz zwischen der Rendite und der Inflationsrate.
VI. Schlusswort
In Sachen Investment ist für jeden Anlegertyp etwas dabei, egal ob es sich um regelmäßige Einzahlungen oder Einmalbeiträge handelt. Zudem kommt sowohl der risikofreudige als auch der sicherheitsbewusste Investor in den Genuss der Vielseitigkeit dieser Anlageform.
Diese Bürde kann, wie schon im ersten Abschnitt erwähnt, durch professionelle Fondsmanager getragen werden. Ein zusätzlicher Vorteil ist in der Transparenz dieser Anlageart begründet, denn durch die börsentäglichen Veröffentlichungen wird das derzeitige Fondsvermögen jederzeit offen gelegt.
Zu guter Letzt eignet sich dieser Weg auch als Altersvorsorgebaustein, denn um eine eigene Vorsorge kommt bei der gegenwärtigen Rentensituation keiner mehr drum herum, dies spiegelt auch die demografische Entwicklung wieder.
Und nun noch einer für die Statistik: Es wird heute pro Kopf durchschnittlich fast zweieinhalb mal soviel Geld in Fonds angelegt als noch vor 10 Jahren. Demnach genießt diese Vermögensanlage in der Bevölkerung wachsende Beigeisterung ? also ruhig mal Informationen einholen, es lohnt sich!